Frieden.

Das Leben als Ganzes ist eine seltsame Institution. Ich bin mir nicht sicher, was ihre Aufgabe ist, ich weiß nicht, wie das Verhältnis von Gewinn und Verlust am Ende sein wird, ich weiß nicht einmal, wer in der Chefetage sitzt. Das Leben hat eine helle und eine dunkle Seite, ein Yin und Yang, Tag und Nacht, Licht und Schatten.

Die Lichtseite kann so schön sein. De facto IST sie so schön. Ihr kennt diese Tage: die Sonne lacht ihr schönstes Lächeln, man zollt ihr mit einem Zucken der Mundwinkel Tribut,  summt, pfeift, singt die Lieder mit, die einem so aus dem Kopfhörer zuwinken. Ein goldener Faden durchzieht die Ströme der Gedanken, ein Funkeln glimmt an der Peripherie des Seins, nie wirklich weg.

Absurditäten, Banalitäten, irgendetwas nichtiges ist es meist, was den Stein ins Rollen bringt. Eine kleine Brise Zwietracht, ein Stückchen Neid, ein Windzug nur, ein Sandkorn. Die Welt steht nicht still, und folgerichtig wird aus dem Windzug ein Orkan, aus dem Sandkorn ein Sandsturm.  Hämisches Gekicher klingt aus ihm, dem Sturm oder Orkan, während er die Mauern des Glücks umwandert um den Glücklichen in seinen Grundfesten zu erschüttern.

Ich denke, oh Wunder, wieder viel nach in letzter Zeit. Warum Dinge passieren, weshalb die Welt so ist, wie sie ist und warum mir widerfährt, was mir nunmal widerfährt. Ich habe meine Ziele für den Tag wohl nie so selbstlos gesteckt, wie ich es in letzter Zeit getan habe, und trotzdem wird die Welt nicht einfacher.

Ich gebe zwischenmenschlich jeden Tag mein Bestes, helfe Freunden, will nur, dass dieser eine Mensch glücklich ist,  lächelt, mit einem Funkeln in den Augen. Ernüchterung in konzentrierter Form macht sich breit, wenn dann wieder irgendetwas, worauf man keinen Einfluß hat, die Idylle zerstört, die man sich im Schweiße seines Angesichts aufgebaut hat.

Wisst ihr was? Es ist nicht fair, aber ich habe aufgehört, im Leben die Fairness zu suchen, zumal das Leben dann doch die nette Eigenschaft hat, mir diese Mühe zu ersparen.

Ich weiß nicht, ob ich recht habe, wenn ich sage, was ich sage, und dennoch tue ich es, weil ich überzeugt davon bin. Aber: ich werde weitermachen, in der Überzeugung, dass es richtig ist. In der Überzeugung, dass die Worte, die Dinge, all diese Sachen, die so erniedrigend und niederschlagend sind der Preis sind, den ich zahlen muss, um dann, eines schönen Tages, endlich zu finden, was ich schon so lange suche.

Frieden.


7 Antworten bisher, willst du etwas loswerden?

  1. neumi schrieb:

    dem bedarf es nichts hinzuzufügen <3

  2. Wunderkindin schrieb:

    Er’s schön. <3

  3. matti schrieb:

    interessanter blog
    ich war mal an einem ähnlichen punkt….
    man muss aufpassen, dass einen diese überzeugung nicht betäubt
    :S

  4. Chris schrieb:

    R.I.P. – holy world.

    Es wird wohl niemals so sein, dass es sich auszahlt zur guten Seite zu gehören.

  5. Marco schrieb:

    Wieso denn?

  6. Buchi schrieb:

    Es wird sich auszahlen, aber nicht wie du denkst.
    Es wird sich spätestens am Ende deines Leben auszahlen, wenn du auf das zurückblickst was du in deinem Leben getan hast, du dich an das Lächeln anderer Leute erinnerst und dir sagst “Ich würde es wieder so machen”.
    Dann wird es sich auszahlen, wenn du deinen inneren Frieden hast und ohne Reue sterben kannst.

  7. kommentar schrieb:

    Was ist mit der ganzen Welt zwischen Hell und Dunkel?
    Und wie ein Mensch mal gesagt hat: Das Leben sei unfair? Verglichen womit?

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