Wenn man durch die Straßen läuft, merkt man es deutlich: die Welt atmet auf, der Winter ist überstanden. Blumen beginnen zu blühen, die Sonne erhellt die Welt und unsere Gemüter gleichermaßen. Alles scheint so gut, so richtig. Etwas, das vor unbestimmter Zeit in mir zerbrochen ist, wächst zusammen. Ganz langsam, ganz sanft.
Das Gefühl, Teil eines so großen Wunders wie unserer Welt zu sein, überwältigt mich heute. Ich höre Tomte, und ich weiß, dass sie recht haben mit dem, was sie singen. Mein Gott, ist das Leben schön. Ich sitze im Zug, auf dem Weg zum Fortissimo, schaue aus dem Fenster und lächele ob der Sonne, die mir die Nase kitzelt. Ich liebe das Leben.
Eigentlich ist es seltsam, wenn man in Betracht zieht, was mir – erneut – passiert ist. Komischerweise erfüllt mich trotz der Ereignisse mit Lydi eine tiefe innere Ruhe. Vielleicht, weil ich erkannt habe, dass sie nicht Mensch genug ist, um Gedanken im Zusammenhang mit ihr zu verschwenden.
Wenn ich mir die letzten Tage so ansehe, dann beginne ich zu glauben, dass es Heilung gibt. Und Bestimmung. Es hat so sein sollen. Müssen. Die unerklärliche Magie einer Berührung, der eine Blick, der so viel mehr sagt, als Worte es vermögen. Das scheue Lächeln, das alle Sprachbarrieren bricht. Es sagt: Ich werde dich vermissen. Und: es ist Frühling.
Für jemanden, der nicht eine ganz ähnliche Erfahrung gemacht hat, muss diese Situation absurd wirken, und auf eine wunderbare Art und Weise ist sie das auch. Doch nach einigen seltsamen Kommentaren und feindlichen Blicken beim Fortissimo muss ich doch ernsthaft darüber nachdenken, was zur Hölle die Bewohner dieser Welt für Problemchen und Sorgen haben. Jeden Samstag besoffen im Club chillen, alle 3 Wochen einen anderen abschleppen, aber auf ein Mal päpstlicher sein als der Papst selbst. Aber na gut, warum das Ganze nicht als Kompliment sehen? Muss ja furchtbar aufregend sein, mein Leben, wenn es bei vereinzelten Menschlein zum Gesprächsthema #1 des Abends avanciert. Glücklicherweise bin ich alte Egosau Narziss genug, um die Situation eher belustigt zu genießen, als mich großartig darüber zu ärgern.
Es ist 5:25 Uhr, wir stehen am Bahnhof, die Lider gefangen zwischen Kaffee und Schlaf, unentschlossen, ob sie sich schließen sollen oder nicht. Die Müdigkeit tötet mich, gibt mir aber wenigstens das Gefühl, mich in einer realen Welt zu befinden. Ich habe so viel zu sagen, doch Müdigkeit, fehlende Privatssphäre und die schlichte Tatsache, dass ich nicht weiß, wie, halten mich davon ab.
Wir schauen uns in die Augen und beenden unsere gemeinsame Zeit, wie wir sie begonnen haben und wie alle gemeinsamen Zeiten beendet werden sollten: in Frieden und mit einem Versprechen, dass die Zunge nie verlässt, die Augen aber trotzdem erreicht. Es bedeutet, was es bedeuten muss, um die nächsten Monate zu überstehen.
Zuhause angekommen rieche ich an meinem Shirt. Es riecht nach Vanille, Sehnsucht und Pathos. Nach einem Land, in dem Väter Köche sind und nach Komplimenten. Nach einer neuen Erfahrung und grünen Augen. Nach Frühling.


neumi schrieb:
soooooo wird auch zeit das der ganze scheiß mal hinter uns bleibt,marco du weist wovon ich rede <3…wird zeit das der sommer kommt und ich glaube es ist bitter nötig,dass er besser wird als alle anderen zuvor *__* du machst dein ding,ich steh hinter dir ;D – is mir immer wieder ein rätsel wie du sowas in worte fassen kannst…einfach nur herz…
und zwar am 12 April 2009, um 16:18.Wunderkindin schrieb:
Den mochte ich sofort. <3
und zwar am 17 Mai 2009, um 18:37.kommentar schrieb:
Der war wunderbar.
und zwar am 3 Juni 2009, um 21:16.